Alexander McCall Smith: Mma Ramotswe und der verschollene Bruder

(Originaltitel: The Miracle at Speedy Motors)
Erscheinungsjahr: 2008
Land: Botswana

Mma Precious Ramotswe führt die “No. 1 Ladies‘ Detective Agency“ in Gaborone, der Hauptstadt von Botswana. In Mma Ramotswe und der verschollene Bruder muss sie gleich zwei Fälle lösen: Eine junge Frau, die als Kind adoptiert wurde, bittet sie um Hilfe bei der Suche nach ihrer Ursprungsfamilie. Zudem erhalten Mma Ramotswe und ihre Assistentin anonyme Drohbriefe. Schnell ist klar, dass der Täter aus ihrem Umfeld stammen muss – aber wer ist es und ist er gefährlich?

Dieser Krimi ist das, was man im Englischen „cozy mystery“ nennt: Unblutig, in gemütlichem Tempo erzählt und mit Schwerpunkt auf den Alltag der Detektivin und zahlreiche sympathische Nebenfiguren. Der Autor, Alexander McCall Smith, hat lange in verschiedenen Ländern in Afrika gelebt und wollte nach eigener Auskunft den vielen „Problembüchern“ über Subsahara-Afrika eine positive Perspektive entgegensetzen. Dies gelingt ihm auch. Die Krimihandlung ist mit vielen Details zu Essen, Kleidung und gesellschaftlichen Strukturen in Botswana ausgeschmückt. Auch der Zusammenstoß von Traditionen und modernen Einstellungen, vor allem in Bezug auf die Rolle der Frau, wird angedeutet. Besonders tiefschürfend sind diese Beschreibungen zwar nicht, aber das entspricht ja letztlich dem Ziel des Autors, unser Afrika-Bild zu normalisieren. Schließlich behandeln die Bodenseekrimis, Schwedenkrimis und britischen Krimis ihre jeweiligen Länder auch als dekorative Kulisse. Warum also nicht zur Abwechslung mal Botswana?

Mma Ramotswe und der verschollene Bruder ist der neunte Band in der Mma Ramotswe-Serie, kann aber gut unabhängig von den übrigen Krimis gelesen werden. Larsson- und Mankell-Anhänger kommen hier eher nicht auf ihre Kosten, aber Fans von anderen unblutigen Krimireihen mit weiblichen Hauptpersonen, wie etwa Flavia de Luce oder Daisy Dalrymple, werden auch Mme Ramotswe mögen. Und natürlich eignet es sich für alle, die auf der Suche nach gutgelaunten afrikanischen Alltagsgeschichten mit Happy End sind – davon gibt es in deutschen Buchhandlungen ja tatsächlich nicht so viele.

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